Warum ich die Funktion von Teamleitung als eine der wichtigsten in einem Betrieb ansehe
In meiner Laufbahn als Angestellte hatte ich viele verschiedene Vorgesetzte. Die meisten von ihnen verfolgten hauptsächlich ihr eigenes Fortkommen und kümmerten sich wenig um die Zufriedenheiten oder das Fortkommen anderer. Meist beachteten sie kaum meine Potenziale, auch wenn ich sie ihnen direkt offenbarte. Oder sie nutzten mein Vertrauen und meine Fähigkeiten aus, schmückten sich mit meinen Federn oder betrachteten mich sogar als ihre sexuelle Beute. In jungen Jahren verunsicherte mich das, und ich fragte mich, ob ich vielleicht etwas falsch machte.
In 20 Jahren als Angestellte hatte ich eine einzige weibliche Vorgesetzte. Sie hat ihre Funktion als Teamleitung meiner Meinung nach toll ausgefüllt. Sie war nahe an ihrem Team dran, wusste wer was machte und hat alle Infos und Anfragen von außerhalb eingefangen, gefiltert und nur die für uns relevanten weiter kommuniziert. Sie hat uns den Rücken frei gehalten, so dass wir ungestört an unseren Projekten arbeiten konnten. Damals dachte ich mir schon: Endlich eine, die es kapiert. Und dann war sie plötzlich weg. Burnout!
Spätestens dann wurde mir klar: Irgendetwas stimmt hier nicht mit der Führungskultur.
Ich denke, ein Problem in dieser Firma war, dass Teamleitende ihre Aufgabe als führende Person zusätzlich zu ihren täglichen Doings im operativen Geschäft ausführen sollten. Also ungefähr so:
Person X arbeitet seit 5 Jahren als Spezialistin in einer Firma. Plötzlich wird sie von der Geschäftsführung gefragt, ob sie die Leitung in ihrem Team übernehmen möchte. X fühlt sich geschmeichelt und sagt zu. X übernimmt nun zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben die Funktion als Teamleitung. Meiner Meinung nach total der falsche Ansatz und wenig erfolgversprechend. Die Bedeutung und Verantwortung einer Teamführung wurde hier verkannt.
Die Funktion einer solchen sehe ich als immens wichtig in einem Betrieb an. Die Teamleitenden sind es nämlich, die die Brücke zwischen Mitarbeitenden, Betriebsführung und Kunden herstellen. Dass es oft nicht leicht ist, diesen Spagat zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu meistern, habe ich selbst gespürt, als ich die Mannschaft eines Kundenprojekts geführt habe. Ich verteilte die Aufgaben im Team, und war die erste Ansprechpartnerin für alle Themen, egal ob fachlich, personell oder die Buchung im Softwaretool betreffend. Und das eben sowohl für die Teammitglieder als auch für den Kunden, meinen Vorgesetzten und die Kolleginnen und Kollegen von der Buchhaltung.
Teamleitende beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden, was große Auswirkung auf den Erfolg oder Misserfolg einer Firma hat.
Im Idealfall erkennt eine Teamleitung die Potenziale der einzelnen Mitglieder und setzt diese vorteilhaft ein. Auch das Zusammenwirken innerhalb des Teams hängt unter anderem von der Führungsperson ab und davon, wie sehr sich die Teammitglieder von ihr wertgeschätzt und bestätigt fühlen.
Eine gute Teamleitung erkennt im Vorhinein, wo Symbiosen und wo Konfliktpotenzial stecken.
Das Human Design könnte dabei unterstützend eingesetzt werden. Auch wenn es vermutlich nicht zu 100% Aussagekraft über einen Menschen hat, kann es dennoch helfen, Potenziale und Symbiosen zu erkennen.
Ja, sogar die Auswahl von Führungskräften könnte mithilfe von Human Design besser gelingen. Denn nur weil eine Person in ihrem Fach gut ist und sich vielleicht auch noch gut selbst verkaufen kann, ist diese Person nicht automatisch eine gute Führungsperson. Leider haben die Firmen, die ich kennenlernen durfte das nicht immer beachtet.
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